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Dienstag, 13. September 2011

Habe fertig - Flasche sowas von leeeer

Das ist ein "ichmussmichmalauskotzen-tagebuchersatz-verarbeitungspost".





Meinen jetzigen Job habe ich angenommen, als das große Kind in den Kindergarten kam. 
Der einzige Aspekt für meine Wahl war die komplett flexible Arbeitszeit - ich konnte schlicht kommen und gehen, wann und wie ich wollte. Es gab ein Arbeitszeitkonto - fertig!
Die Tätigkeit war so lala und die Bezahlung auch. 
In den Jahren entwickelten wir uns weiter, wurden größer, besser, erfolgreicher, rentabler und - ein Wunder! - trotz hohem Frauenanteil ein Spitzenteam. Keine Lästereien, kein Mobbing - fast alle hatten sich lieb ;-)


Beim kleinen Kind pausierte ich und als sie 2 1/2 war, ging ich wieder ins Büro.


Dann kam ein neues Management.
Plötzlich war nichts mehr gut. Unsere Erfolge zählten nicht mehr, die Zahlen wurden schlecht geredet, der Umgangston von oben nach unten entsprach nicht mal mehr den Mindestanforderungen der Höflichkeit. Drohungen, Gängeleien, Einsparungen standen auf der Tagesordnung. Ein pathologisch egozentrischer Gesellschafter versuchte uns platt zu machen, ganz offen.

Wir haben uns gewehrt - einen Betriebsrat gegründet - alle zusammengehalten.


Das gesamte letzte Jahr stand längst nicht mehr die Arbeit an sich im Vordergrund, sondern nur noch ein Kampf. Es war allen klar, dass wir keine reelle Chance haben, aber durch den Betriebsrat sind die Leute wenigstens alle mit Verzögerung und mit Abfindungen gegangen worden.

Bei mir hinterließ das kräftige Spuren. Ich wurde zum Nervenbündel, mir war morgens übel, zuletzt hatte ich Panikattacken.

Eigentlich wollte ich mit den anderen bis zum bitteren Ende kämpfen - aber ich habe aufgegeben.
Ich habe der Geschäftsführung signalisiert, dass ich bereit bin, ohne Hilfe von Arbeitsgerichten meine Sachen zu packen.....
Gestern kam das Angebot, ich habe sofort unterschrieben.

Heute sitze ich zum letzten mal vor meinem Mac, gebe ein Frühstück aus, lächle den übrigen Kolleginnen zu und sage ihnen, wenn sie es können, sollen sie durchhalten - der Betriebsrat wird einen guten Sozialplan aushandeln....


Ein kleines bisschen komme ich mir vor wie das Nagetier, dass sich vom sinkenden Schiff macht.....


Eine persönliche Ähra geht zu Ende, aber ich fühle mich befreit - wenn auch kurzzeitig mit Kloß im Hals - am Tag, an dem so vieles das letzte mal ist.....



Das Neue wartet schon.

Kommentare:

  1. Anonym13.9.11

    Hast du bestimmt richtig gemacht so - alles was gut tut, ist gut. Herzlich Niki

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  2. Anonym14.9.11

    Ich habe so etwas auch schon erlebt. Soll man da herzlichen Glückwunsch oder mein Beileid sagen? Bestimmt das Erste, da kein Job es wert ist, sich selbst fertigzumachen. Alles Gute und viele Grüße von Anni aus Wismar.

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  3. Ich bin eigentlich immer der Meinung kämpf weiter... aber wenn dabei Deine GEsundheit leidet, kannst Du nicht weiter machen. Für Dich war das die BEste Entscheidung!!!

    Manchmal ist es das BEste sich auf den Hof zu stellen und laut "Sch...." schreien. Das befreit ungemein ;-)

    Ich drück Dir die Daumen, dass der Neustart gelingt

    michaela

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  4. Puh, ganz schön viel heute! Ich wünsche dir, dass du die guten Kontakte halten und den blöden Job hinter dir lassen kannst! Auf einen guten Neustart!
    Liebe Grüße! Sonja

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