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Dienstag, 24. April 2012

Küchenlust und - frust

 
Ich bin sehr dankbar, dass wir so privilegiert leben können, dass unser tägliches Essen nicht nur zum Sattwerden dient, sondern auch einen gewissen Lustfaktor hat.  Kochen und backen ist für mich manchmal auch Kunst.
Gemeinsame Mahlzeiten früh und abends sind Pflicht. Aber den Satz „was auf den Tisch kommt, wird gegessen“ den gibt’s bei uns nicht.

Früher war Kochen mein Hobby. Da wurde ausprobiert, in Gemeinschaft gekocht und auf dem Tisch standen als Endprodukte sizilianische Thunfischpfanne, französische Entenbolognese oder indisches
Curry.

Heute will das Keiner.
In der Familie bin ich umgeben von lauter kleinen und großen Nörglern die jeweils maximal  5 erzkonservative Lieblingsgerichte haben, die allerdings leider keinerlei Schnittmenge ergeben.
Mir fällt spontan nur ein einziges Gericht ein, was innerfamiliär alle gerne essen: Gulasch.

Das kleine Kind ist noch bereit, alles mal auszuprobieren. Beim Großen Kind und dem Mann funktioniert das leider nicht mehr.

Und so stehe ich jeden Abend mehr oder weniger frustriert vor Kühlschrank und Herd und zermartre mir den Kopf:  was Koche ich heute.  
So richtig Spaß habe ich an dem ewigen Einerlei nicht wirklich.
Falls ich mich doch mal wieder traue, eine selbstkreierte Spezialität auf den Tisch zu bringen, sehe ich in entgeisterte Gesichter.

Da ich mich noch ganz gut an meine eigene sehr mäkelige Kindheit erinnere (wahrscheinlich mochte ich damals auch nicht mehr als eine Handvoll Speisen) stehen am Ende
meistens mehrere Gerichte auf dem Tisch, damit jeder etwas vom Lustfaktor spürt.
Aber  ich werde oft „nur“ satt.
Und bewundere die tollen Koch-Fotos in den anderen Blogs. Naja – das Auge isst ja auch irgendwie (mit).



Kommentare:

  1. Du sprichst mir aus der Seele. Bei uns gibt es entweder Nudeln mit Tomatensauce oder Pizza oder Genörgel. Mein nächster Herd wird sicher 6 Kochplatten haben, denn anders kriege ich das hier nicht hin. Manchmal koche ich ganze Buffets ... verrückt, oder ?
    Aber dann denke ich an meine Kindheit: ich glaube, ich habe mich von "trockenen Nudeln" und Butterbrot ernährt.
    LG Alex

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  2. Ach Gretel,

    manchmal glaube ich wir sind eine Person... ich koche auch häufig verschiedene Dinge und werde selber nur satt.

    Manchmal kann ich Nudeln für alle machen und die Soßen unterscheiden sich... dass ist dann schon ein guter Tag ;-)

    Das wird irgendwann bestimmt wieder besser! Jawoll!

    ich denke an Dich

    michaela

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    1. Hi Hi - ja genau - man hat schon Glücksgefühle, wenn man wenigstens eine gemeinsame Beilage für alle findet ;-)

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  3. Ich würde mal eine Woche Generalküchenstreik empfehlen ;-) herzlich Niki

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  4. Ich mag es so sehr wie du schreibst...beim Lesen muß ich dann immer grinsen und das tut so gut!!!!!
    Liebe Grüße,
    Annette

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    1. der Oldie24.4.12

      Richtig, Anette - Gretels Schreibstil ist ´ne Wucht und bringt selbst mit wenigen Zeilen die Erkenntnis, dass das oft stressige Leben auch eine humorvolle Seite hat -man muss sie nur erkennen.
      Darin ist Gretel einfach suuuuper!
      LG vom Oldie

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