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Dienstag, 4. Juni 2013

Das Leben geht seine ganz eigenen Wege

Eigentlich wollte ich mich ja momentan nur noch mit den schönen Seiten des Lebens beschäftigen. Und dann kommt das Leben und macht mir einen Strich durch die Rechnung. Was fällt dem denn ein?

2002 war ich nicht in Dresden. Aus weiter Ferne sah ich entsetzt im Fernsehen, wie hier alles absoff. Und eigentlich dachten auch die meisten Leute, das würde eine Ausnahme bleiben - von wegen Jahrhundertflut und so. Nun kommen die Jahrhundertfluten wohl alle 10 Jahre....

Bevor wir hier einzogen habe ich mich informiert. Wir sind sehr sehr elbenah, Luftlinie nur wenige hundert Meter, aber durch Elbwiesen, Flutrinne und Kanal gut vor Hochwasser geschützt. Das war mir wichtig. Aber bei abnormalen Verhältnissen sind wir eben auch dran....

Ich bin kein Typ, der in hektische Betriebsamkeit verfällt, eher schiebe ich alles ein wenig vor mir her.
"Das wird schon nicht so schlimm". Dann höre ich die Alten reden "Es wird schlimmer".

Gestern Vormittag war mein Papa da. Wir haben auf Vorrat eingekauft und im Keller paar Sachen nach oben gestellt. Nachmittags herrscht in meiner gesamten Umgebung hektische Betriebsamkeit. Überall räumen die Leute bergeweise ihren Kram nach oben. Ich stehe unschlüssig im Keller - was soll ich den retten? Ich Einarmige. Wir entschließen uns, das Kinderfahrrad, Eislaufstiefel und Inliner nach oben zu bringen. Meine Weihnachtsdekokisten stehen noch unten - wahrscheinlich werde ich sie heute noch in Sicherheit bringen.

Das Internet erweist sich mal wieder als ein großer Segen. Stündlich sehe ich bei pegelonline.wsv.de auf die Wasserstände der Elbe, die Internetseite von Radio Dresden betreibt den besten Liveticker, hier erfährt man schnell was wann wo evakuiert wird.

Draußen herrscht eine eigenartige Stimmung, die Luft ist feucht und man riecht das Wasser. Alles ist so seltsam still. Während die eine Hälfte der Menschen sich mit räumen beschäftigt, läuft die andere Hälfte mit Gummistiefeln und Fotoapparat durch die Gegend, um die Ereignisse zu dokumentieren.
Im Garten schneide ich mir Pfingstrosen ab, ist ja irgendwie schade drum. Überhaupt der Garten....um den tut's mir am meisten leid.

Ich weiß nicht, wie ich mich fühle, aber mir ist komisch im Bauch. Man ist so halb gelähmt, wartet auf die Katastrophe, während man hofft, dass sie ausbleibt.
Die Kinder haben schulfrei. Der Elbepegel ist aktuell bei 7,29 m, steigend.....
Auf keinen Fall werde ich jammern (höchstens nur ein ganz kleines bisschen), denn in vielen Gegenden ist die Lage weitaus schlimmer! Dort sind meine Gedanken und meine guten Wünsche.






Kommentare:

  1. Liebe Gretel,
    ich hoffe sehr, dass ihr verschont bleibt! Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie es sein muss, den Wassermassen so nah zu sein.
    Liebe Grüße! Sonja

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  2. liebe gretel, ich drücke euch und den anderen betroffenen alle daumen, dass der pegel nicht steigt! liebe grüße von mano

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  3. Ich denk an euch und drück euch die Daumen das alles gut geht.
    LG
    Nicole

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  4. OH mann
    ich drück die Daumen das alles gut geht und denke an Euch!!!
    ❥knutscha

    scharly

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  5. Du Liebe, ich bin in Gedanken bei Dir. Wir haben vielleicht das Schlimmste hinter uns, d.h unsere Freunde, wir sind selbst zu weit weg.
    Momentan sinken die Pegelstände, alles ist noch evakuiert, aber alle hoffen, das es bald wieder weiter geht.
    Ihr werdet das überstehen, ich drück Euch die Daumen!
    LG Karoline

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  6. Gretel! Wir denken ganz fest an euch und wünschen euch, daß das Schlimmste ausbleibt! Man kann nur hoffen! Und auch, wenn es kein richtiger Trost ist, auch wir schauen auf die Nachrichten und bangen mit euch!
    Einstweilen Grüße & Küsse von den Franzinellis!

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  7. Oh je - wir können nur die Daumen drücken, aber das tun wir feste. Liebe Grüße!

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  8. Wahnsinn.
    Man kanns kaum glauben, wenn man hier, weit weg, diese Bilder sieht. Konnten denn keine Maßnahmen getroffen werden, dass es nicht noch mal so schlimm wird?! Wir drücken die Daumen, dass es trotz allem noch glimpflich ausgeht. Viel Arbeit wird es aber auf jeden Fall sein - wenn das Wasser weg ist, bleibt ja der Schlamm.
    Toitoitoi und liebe Grüße, Petra

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  9. oh Mann !
    ich wünsch das Eich das Wasser nicht erreicht !!!
    Alles Gute..
    Liebe Grüße
    Petra

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  10. 2002 schwor ich mir niemals in der Nähe eines Flusses zu bauen. Ich war so geschockt von den Hochwasserbildern. Im vergangenen Jahr bin ich erstmalig an der Elbe gewesen - die Pegelstände z. B. in Bad Schaundau gesehen, ich konnte es nicht fassen. Ich sende Euch gute Gedanken und wünsche Euch von Herzen, dass die Flut Euch nicht erreicht.
    Am vergangenen Wochenende fürchteten wir bei uns - wir haben inzwischen am Fuße eines Hügels gebaut - einen Kanalrückstau, es ist alles gut gegangen das wünsche ich Euch ebenfalls.
    herzlich Judika

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  11. Alles Gute,

    wer spenden will.

    http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1458059

    LG Eva

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  12. Liebe Gretel,

    ich bin über Lotta auf diesen Beitrag gestoßen und finde ihn sehr feinsinnig geschrieben.

    Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft und Durchhaltevermögen.

    LG
    Rebekka

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