living4family a little bit of this and a whole lot of that

Montag, 24. August 2015

Ein Bilderbuch für Verliebte

So untertitelt Tucholsky seinen Roman "Rheinsberg", ein junges Paar und drei Tage Glück.

Während hier der Alltag einzieht, fahre ich in Gedanken noch einmal nach Brandenburg.


Uns empfängt die Stadt mit Regen.


"Unter solchem Geplauder haben wir die der Stadt zu gelegene Rückseite des Schlosses erreicht, passieren den Schloßhof, steigen in ein bereit liegendes Boot und fahren bis mitten auf den See hinauf. Nun erst machen wir kehrt und haben ein Bild von nicht gewöhnlicher Schönheit vor uns. Erst der glatte Wasserspiegel, an seinem Ufer einen Kranz von Schilf und Nymphäen, dahinter ansteigend ein frischer Gartenrasen und endlich das Schloß selbst, die Fernsicht schließend. Nach links hin dehnt sich der See, wohin wir blicken, ein Reichtum von Wasser und Wald, die Bäume nur manchmal gelichtet, um uns irgendein Denkmal auf den stillen Grasplätzen des Parks, oder eine Marmorfigur oder einen »Tempel« zu zeigen."

Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg





Die Räume wurden in der DDR als Klinik genutzt. 
Man stelle sich als Kranker vor, im Eisenbett inmitten dieser Umgebung.
Es ist eine ordentliche Leistung, dass nach der Wende die Räumlichkeiten jetzt so wieder glänzen.

Nach der ausführlichen Schlossbesichtigung hat der Regen aufgehört und wir picknicken im Park.


Mehr noch als Sitze von den ollen Preußenkönigen interessiert mich das Tucholsky-Museum
Es ist klein, aber sehr interessant.
Mit einem empfehlenswerten Kombiticket kann man Schloss und Museum ansehen.




"....Und kehrten zurück und packten ein, fuhren in dem rumpeligen Hotelwagen zur Bahn, bestiegen in Löwenberg den D-Zug und fuhren durch die Nacht, brausend, aufgewühlt, nach Berlin.
In die große Stadt, in der es wieder Mühen für sie gab, graue Tage und sehnsüchtige Telephongespräche, verschwiegene Nachmittage, Arbeit und das ganze Glück ihrer großen Liebe."

Tucholsky, Rheinsberg - letzter Abschnitt



Mehr Informationen:







Kommentare:

  1. Ein wunderschöner Bau und erst das Interior, ein Traum und wieder so toll hergerichtet.....Man kann sich gar nicht vorstellen, dass hier einmal Kranke in ihren Betten gelegen haben.....Wie schön, dass sich jemand der Erhaltung angenommen hat.....Schade, dass das Wetter nicht mitgespielt hat, aber auch so sind die Fotos sehr eindrucksvoll.
    Es war sicher ein interessanter Besuch.......
    Nun wünsche ich Dir einen guten Start in die neue Woche, Ophelia

    AntwortenLöschen
  2. Ach ja, noch so ein Ort, an den ich gerne noch einmal sehen würde... Momentan fühle ich mich so angebunden...
    LG
    Astrid

    AntwortenLöschen
  3. Wunderschön hast Du das Schloss vorgestellt Gretel :)
    Toll dass der Kurt auch da drin ist, den mag ich sehr :)
    Werde ich mir merken für einen Ausflug :))

    Wünsche Dir eine schöne Woche!
    Liebe Grüße
    Möwe

    AntwortenLöschen
  4. ...so schön hast du Auszüge aus der alten Erzählung mit den neuen Bildern in Einklang gebracht, liebe Gretel,
    verlockend, diesen Ort selbst zu besuchen...vielleicht dann mit Sonnenschein?

    lieber Gruß Birgitt

    AntwortenLöschen
  5. Ich mag Rheinsberg. Vor allem das Buch von Tucholsky. Kennst Du die Verfilmung von anno knips mit Conny Frobes? Die habe ich geliebt.
    Lieben Gruß
    Katala

    AntwortenLöschen