living4family a little bit of this and a whole lot of that

Montag, 10. Juli 2017

Das Antlitz von Wandlitz


Bevor wir uns auf den Weg zur Waldsiedlung machten, fuhren wir noch am Schloss Dammsmühle vorbei. Es liegt ebenfalls in der Gemeinde Wandlitz und wurde von 1959 bis 1989 von der Stasi als Jagd- und Vergnügungssitz genutzt.



Das Gelände ist frei zugänglich, das Schloss selbst gesichert.



Ein kleiner traumhafter Ort. Aber vor allem die jüngere  "Biografie" des Schlosses verursacht Schmerzen.
1929 erwarb der damaliger Unilever-Direktor Hart das Gelände, er musste mit seiner jüdischen Frau 1938 fliehen und wurde 1940 enteignet. Von da ab gehörte es Himmler, der Häftlinge aus Sachsenhausen für Instandsetzungsarbeiten einsetzte. Nach Kriegsende übernahm es die Rote Armee, dann die Stasi.



Nach der Wende bekam Hart das Gelände zurück, verkaufte es aber weiter und es wurde künftig an verschiedene Personen oder Firmen verkauft bzw. zur Nutzung verpachtet.

Eigentlich waren sehr nette Konzepte vorhanden und teilweise fanden Konzerte, Läufe, Oldtimertreffen, Biergarten-Brunch, Spukfest statt, nachgedacht wurde über Restaurants, Cafés, ein Bad - scheint sich alles nicht gelohnt zu haben.
Jetzt ruht es still vor sich hin.








Das Tor zur Waldsiedlung:


Wie man sehen kann, war das Wetter an diesem Tag sehr schlecht. Es schüttete  teilweise wie aus Eimern. Trotz Regenjacke und Schirm wurden wir klitschnass. Aber irgendwie passte das Wetter auch zu diesem Ort. Es unterstrich die Tristesse und das negative Karma.





Wer möchte kann sich weiter informieren:


Ich beschränke mich auf Fotos.










Der Herr Günter Schabowski hat vor seinem Haus keine Informationstafel erhalten. Das finde ich schade, war er doch der Einzige, der wenigstens ansatzweise eine Erwähnung verdient hätte.

Vielleicht hat er in diesem Garten über seine legendäre Rede vom 09. November sinniert........


Das gesamte Gelände wird heute als Klinik betrieben ist aber für alle Besucher offen.

Ich bin froh, dass es endlich unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Einige der Häuser stehen leer. Es wäre doch schön, wenn man wenigstens ein Haus mit historischen Gegenständen bestücken könnte und ein kleines Mini-Museum daraus machte.....



Kommentare:

  1. Sehr nteressant, mal ein Bild zu bekommen von dem, was man nur dem Namen nach kennt!
    LG
    Astrid

    AntwortenLöschen
  2. Ich war noch nie da... Dass die da wirklich alle auf einem Haufen gelebt haben, ist für mich Einzelgängerin ganz und gar unvorstellbar... Habe ich richtig verstanden, die Häuser sind jetzt im Wesentlichen Bestandteil des Klinikbetriebes? Hoffentlich findet das zuvor besuchte Schloss noch einen Liebhaber mit Geld auf dem Konto... Ist nämlich ganz bezaubernd, dieser vor sich hin alternde Ort. Aber leider gibt es gerade in BB und MV zuviele von solcher Art... Lieben Gruß Ghislana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, die meisten Häuser sind komplett in den Klinikbetrieb involviert, einige wenige stehen leer.

      Löschen
  3. Ich glaube auch..strahlender Sonnenschein wäre fehl am Platze gewesen. Aber enttäuscht bin ich von der tristen Bauweise schon....klar, es war riesig, aber schön sieht doch anders aus. Neee, da hätte ich nicht tauschen wollen.
    Das Schloss ist natürlich anders und es bleibt nur zu hoffen, dass sich doch noch ein brauchbares Konzept findet.
    LG Sigrun

    AntwortenLöschen
  4. So alte Schlösser haben schon etwas für sich. Gibt es nunmehr keine Nutzungspläne? Schade, denn die Substanz schaut noch gut aus.

    LG Kathrin

    AntwortenLöschen
  5. Interessant, wo du wieder unterwegs warst...Ein Stück DDR Geschichte...leider gerät die bei so manchen Leuten zu schnell in Vergessenheit...Das Schloß ist vermutlich eine Nummer zu groß, um etwas finanziell Lohnenswertes daraus zu machen. LG Lotta.

    AntwortenLöschen
  6. ...sehr interessant, liebe Gretel,
    da mal rein zu schauen...hat man ja immmer nur geheimnisvoll von gehört, zu sehen bekam man die Häuser nicht, was auch nicht schade ist...war mir so auch nicht klar, dass die da alle zusammen gewohnt haben...schön, dass du uns auf diese Reise in die Vergangenheit mit nimmst,

    liebe Grüße Birgitt

    AntwortenLöschen
  7. ... habe Pumuckl im Ohr "...und was sich reimt ist gut!" Hihi. Guter post :-)
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen