Wohngeheimnisse

 Lotta stellt uns 12 Fragen zum Thema wohnen, da mache ich gerne mit:
 

Beschreibe Deinen Wohnort (ländlich, urban, Haus, Wohnung, Loft, Quadratmeter…).

Wir wohnen in einem großen alten Mietshaus von ca. 1900 am Rande der Stadt Dresden, gleich an der Elbe. Unser Viertel ist sehr grün und geprägt von den Elbwiesen und großen Alleebäumen. Am Haus haben wir einen Garten zur alleinigen Nutzung angemietet, der Vermieter lässt mir völlig freie Hand. Beim Einzug stand nichts drin, jetzt wuchert es überall.

Was ist Dir bei der Suche nach einem Zuhause besonders wichtig, d. h. nach welchen Kriterien suchst Du Dir Deine Wohnung/ Dein Haus genau aus?

Unsere Wohnung und das Drumherum kommt meinem Traum vom Wohnen schon sehr nah, ein Zimmer mehr wäre nicht verkehrt. Ich bin schon immer der absolute Altbautyp und brauche hohe Decken. Garten war Bedingung, Erdgeschoss bevorzugt. Stadtrand, ruhig, grün, aber gute Verkehrsanbindung sind mir wichtig.

Welche Wohn-Kompromisse würdest Du eingehen und welche nicht?

Kompromisse muss man bei einem Altbau meistens machen. Da ist die Raumaufteilung manchmal nicht optimal und die Bäder meistens auch nicht. Das nehme ich aber gerne in Kauf. 

Welchen Raum in Deinem Zuhause magst Du am liebsten und warum?

Das Wohnzimmer - der größte und hellste Raum unserer Wohnung.

Im Raum steht unser Sofa, ein Sessel +  kleiner runder Tisch, sowie ein großer Esstisch für 6 Personen, außerdem meine Büchervitrine, Geschirrschrank, Sideboard und es gibt noch einen kleinen Erker mit einem Sekretär in der Mitte. Durch die 5 Fenster habe ich viel Platz auf den Fensterbrettern zum Dekorieren. Hier trifft sich die Familie zum Essen, zum Quatschen, zum Fernsehen und auf dem großen Tisch wird auch mal gebastelt oder gemalt.


Wie würdest Du Deinen Einrichtungsstil beschreiben und wer hat ihn geprägt?

Meine Mutter hat mich geprägt.
Sie hatte schon zu DDR-Zeiten, "wo's ja nüscht gab" und die Wohnungen alle mehr oder weniger gleich aussahen einen ganz eigenen Wohnstil. Auch damals gab es schon An- und Verkauf bzw. Kleinanzeigen und darüber hatte sie schöne alte Einzelstücke erworben. Durch ihre berufsbedingte Nähe zur Kunstszene hatte sie hier und da Beziehungen zu alternativen Einrichtungsmöglichkeiten. 
Sie ließ sich durch die Restaurationswerkstätten ihrer Arbeitsstelle Sessel neu beziehen oder Gardinen nähen.

Die Liebe zu Second Hand ist bei mir ebenfalls sehr ausgeprägt. Bei mir gibt es Altes und Neues, verschiedene Holzarten und Stilmix. Mein Wohnstil ist geprägt vom Leben unserer Familie und erzählt Geschichten daraus.

Meine Mutter in ihrer Küche ca. 1984.

Lässt Du Dich gern von Wohntrends verführen oder pflegst Du eher Deinen ganz eigenen Stil?

Obwohl ich schon immer viele Einrichtungszeitschriften bzw. -Blogs lese, lasse ich meinen Stil kaum davon beeinflussen. Der letzte Trend, dem ich wirklich gefolgt bin, waren die mit Tiermotiven bedruckten Kissen. Das fand/finde ich wunderschön.



Dekorierst Du Deine Wohnung häufig um oder liebst Du eher die Beständigkeit?

Ich dekoriere obsessiv :-)
Nach Jahreszeiten geordnet habe ich große Kisten, aus denen ich saisonal die entsprechenden Vasen, Kerzenleuchter, Kissen, Decken, Geschirr und sonstige Dekorationsobjekte unterbringe und dann entsprechend mit Materialien aus der Natur drapiere....

Fast alle Deko-Objekte sind aus Trödelläden, Erbstücke oder Urlaubsmitbringsel. Ab und zu sortiere ich aus und bringe die Sachen zu Oxfam.

Meine Möbel hingegen haben Bestand, ich rücke nichts um und kaufe nichts Neues. In den letzten Jahren sind nur die Stühle am Esstisch ausgetauscht worden - auch Second Hand - der Tisch vorm Sofa kam vom Sperrmüll.


 Von welchen Möbelstücken oder Wohnaccessoires würdest Du Dich nie wieder trennen?

Falls wir uns im Alter verkleinern oder tatsächlich mal ganz an die Ostsee ziehen, muss ich mich wohl von einigen Möbeln trennen.....
Aber darüber denke ich jetzt noch nicht nach.

Welche Wohnaccessoires oder Einrichtungsgegenstände hätten bei Dir keine Chance?

Das Thema schwarz/weiß würde gar nicht zu meinem sonstigen Wohnstil passen.
Und ich umgebe mich nur mit organischen Formen, also jegliche graphischen Muster haben keine Chance. "Reduziert" geht leider auch nicht...

Welchen Wohnbereich würdest Du gern umgestalten, wenn Du die Zeit und die Möglichkeiten dazu hättest?

Eigentlich nichts. Ich hätte sehr gerne eine neue Dusche eingebaut. Das sieht der Vermieter aber anders und wir waren bisher zu geizig. Wenn es nicht das Eigentum ist, überlegt man sich solche teuren Umbauten.






Wie sähe Dein Wohntraum aus, wenn Du die finanziellen Möglichkeiten hättest und regional unabhängig wärst?

Ein altes großes Haus (natürlich sanft saniert) mit großem Garten, ein See, Feld und Wald gleich dahinter, aber selbstverständlich auch eine Autobahnanbindung und eine größere Stadt gleich in der Nähe.....

Nur ob in Brandenburg oder in Vorpommern - das weiß ich noch nicht genau :-)




Bei Lottas Sammlung kann man noch durch viele andere Schlüssellöcher gucken.

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Habe ich doch tatsächlich eine Frage vergessen.

Was fällt Dir zuerst ins Auge, wenn Du eine fremde Wohnung betrittst?
Es gibt einen "Rundumblick", bei dem ich ziemlich schnell sehe, welchem persönlichen Schema die Wohnung folgt. Meiner Meinung nach sagt die Gestaltung eine Menge über die Bewohner aus. Ich lasse mich auch gerne überraschen.
Überdurchschnittlich ordentliche und reduzierte Flure flößen mir ein wenig Angst ein, weil ich mich frage, wo denn da das Leben stattfindet.
Heidenreichs Spruch "Es kann nicht der Sinn des Lebens sein, am Ende eine aufgeräumte Wohnung zu hinterlassen... " habe ich komplett verinnerlicht :-)




Kommentare

  1. Sehr interessant mal in deine Wohnung hinein zu schauen. So einen Altbau finde ich auch schön, hohe Decken - hach!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Hallo Gretel,
    herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ich würde gerne sehr reduziert wohnen, das Haus in der Römerstraße in Stuttgart spuckt in meinem Kopf herum. Das würde mir schon gefallen.

    Aber ich habe soviele Dinge, Erbstücke und was weiß ich nicht alles. Der Keller ist voll davon, ich kann gar nicht alles dekorieren. Aber da bin ich mit dir einige meine Möbel behalte ich, eines habe ich selbst geschreinert und die anderen Sachen, es würde mir weh tun, sie wegzugeben.
    Wenn ich die Dinge bei dir sehe, so wird mir auch wehmütig, wieder einmal, weil wir soviele Dinge meiner Großmutter und Mutter weggegeben haben. Aber man kann ja nicht alles aufheben und ich mags halt einfach schon gerne aufgeräumt. Ich kanns nicht ändern, das ist auch eine Erziehungssache, so bin ich halt erzogen worden und auch die Ausbildung prägt halt, da ist es eben der puristische Stil. Doch den mag ich schon.
    Aufgeräumt ist es bei mir sicherlich nicht, ich versuche aber meistens, wenn ich die Wohnung verlassen, dass ich es einigermaßen aufgeräumt hinterlasse.

    Nein, eine aufgeräumte Wohnung ist wohl nicht der Sinn aber trotzdem :-)).

    Ich glaube, wenn ich alles dekorieren würde, könnte ich nicht atmen. :-))
    Dann würde ich tatsächlich eine unaufgeräumte Wohnung hinterlassen.

    Eine wunderbare Albauwohnung hatten wir in Stuttgart, mit sechs Zimmern, der hänge ich immer noch nach und während meiner beruflichen Tätigkeit habe ich mir auch immer wieder den Grußrißplan im Amt angeschaut und geträumt und es werden das schon Kindheitserinnerungen wach.
    Meine Oma hatte ein Haus durch Heirat mit dem Großvater - das kannst du auch auf meinem Blog lesen - das ist vom 1800 nochmals was. Leider hat meine Großmutter, da sie ihren Hof und das Anwesen nicht mehr bewirtschaften konnte auch mit Hilfe nicht verkauft, damit meine Eltern schuldenfrei in Leonberg unterhalt des Golfplatzes bauen konnten. Es war nicht gut für sie und nicht gut für mich.
    Schade ich denke oft an meine Großmutter heute würden wir uns sicherlich verstehen.

    Es ist bald Herbst, ich muß wieder auf den Mörikepfad.
    http://rundumludwigsburg.blogspot.de/2015/10/herbstspaziergang-auf-dem-morike-pfad.html

    Lieben Gruß Eva

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    1. Jessas, ich wollte nicht über den Budda meckern.
      Aber der liegt ja schon ein wenig im Trend, oder? ;-))

      LG Eva

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    2. Ich glaube, dieser Trend ist schon lange wieder vorbei :-) bei mir stehen die "Köppe " schon viele Jahre rum...

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  3. Anonym9.8.16

    Hallo, vielen Dank für Ihre sehr schönen und interessanten Beiträge. Ich lese sie immer wieder gern und ich glaube(?!) heute habe ich eine Kollegin von früher entdeckt. Ich hoffe, Ihre Mutter ist gesund und munter.
    Viele Grüße von Heidi Sawodn

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    1. Oh, was für ein netter Zufall! Ja, zum Glück ist sie gesund und munter.

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  4. Ein schöner Einblick in eine schöne Wohnung in einer wirklich schönen Stadt! Ich wohne auch in einem Altbau von 1900, dem aber all die großbürgerlichen Merkmale deines Altbaus fehlen, denn es war vormals ein Kleinhandwerkerhäuschen. Aber die viele Luft überm Kopf, die habe ich auch und brauche ich unbedingt.
    Im Gegensatz zu dir mache ich mir schon Gedanken ums Verkleinern....
    LG
    Astrid

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  5. Mietwohnung im Altbau + Garten, das nenne ich mal eine tolle Kombination. Schön mal bei dir etwas tiefer reinzuschauen, ich käme wahrscheinlich gar nicht mehr weg vor lauter Gucken rundherum. Bei dir wird auch gelebt, das sieht man! Und der Spruch von Elke Heidenreich ist ja göttlich... Aber vielleicht schaffe ich wenigstens Ordnung in den Ordnern mit wichtigen Dokumenten, bevor ich dann mal gehe ;-). Liebe Grüße, da sind wir ja heute quasi zusammen in die Fragen eingetaucht... - Ghislana

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  6. ...der nachgereichte Spruch ist klasse, liebe Gretel,
    und deine Wohnung auch...da könnte ich mich auch wohl fühlen, auch bei dir habe ich Ähnlichkeiten gefunden...total schön die kleinen Erinnerungen vor den Büchern im Regal, so sieht es bei mir auch aus,

    liebe Grüße
    Birgitt

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  7. Danke, für diesen tollen und privaten Einblick, liebe Gretel!
    glG, Manja

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  8. Super, ich liebe es solche Einblicke in andere Häuser /Wohnungen zu bekommen...vieles inspiriert mich.
    Annette

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  9. "Es kann nicht der Sinn des Lebens sein, am Ende eine aufgeräumte Wohnung zu hinterlassen... " Hahaha...der ist gut...Nein...für "reduziert" bin ich auch ganz und gar nicht geschaffen...;-).
    Lieben Dank fürs Mitmachen. War sehr nett zu lesen, auch wenn mir manches davon schon bekannt war. Liebe Grüße, Lotta.

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  10. Vielen Dank für dein Interview! Ich fühlte mich sofort davon angesprochen, lese ja schon lange mit... Dass du deinen Stil gefunden hast, merkt man im Blog sofort und das wirkt ungemein sympathisch, wie du! Und schön, wenn man von sich sagen kann, dass man nicht jedem Trend hinterher rennen muss, z.b. schwarz-weiss, grafische Muster, Pflanzen (hääh Pflanzen, die waren bei mir immer zuhause :-)) Danke, dass du uns ein bisschen mitwohnen lässt.
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz!

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    1. Vielen Dank für deine lieben Zeilen, freue ich mich drüber. Grüße zurück in die Schweiz!

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  11. Ich mag Deinen Stil und Deine Wohn-und Deko-Ideen! Du bist individuell und lässt Dich wohl von anderen inspirieren, aber nicht verbiegen und das ist auch gut so! Du hast Deine eigene Handschrift, es ist gemütlich, muckelig und mit Liebe zum Detail, das mag ich sehr und ich würde bei Dir glatt einziehen oder gewisse Dinge adoptieren :-)
    Letztlich gilt natürlich :"Jeder so, wie er mag!"
    Dir noch einen schönen Tag, Ophelia

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  12. Hach meine Herzensschöne, schön, dass nicht alles bei Oxfam landet und die Lieblingsfunde der Freundin auch auf Ausstellungsfotos platziert werden <3
    Vielleicht ist das das Geheimnis Deiner Wohnung: Dass Du eine "Bewahrerin" bist. und zwar eine liebevolle. Dass Tand und Trödel und Tüddel bei Dir genauso liebevoll empfangen werden wie Deine Gäste und deshalb auch anfangen zu strahlen und ihre eigene Schönheit entfalten. Möglicherweise! Danke für die Bilder. Sei geherzt.

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  13. Danke für den Einblick in Deine Wohnung (das ist ja aschließlich auch etwas sehr intimes).
    Du hast einen tollen Stil Altes und Neues zu kombinieren.
    Lieben Gruß
    leni

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  14. Emilie31.8.16

    Ja, der Altbau hat schon etwas, aber ich bin es nach einer Weile satt geworden, ständig Kompromisse machen zu müssen. Mein Mann und ich haben uns jetzt unser erstes Haus bauen lassen (zusammen mit diesem Bauträger: http://www.demos.de/portal/web/Demos/Bautraeger-in-Muenchen.aspx) und wir sind überglücklich. Das beste daran zu bauen, ist dass man einfach so viel Sagen im Prozess hat. Im Endeffekt befindest du dich in einem Gebäude, dass du dir vor ein paar Monaten noch in deinem Kopf vorgestellt hast und es ist plötzlich Wirklichkeit geworden. Eines der schönsten Gefühle, muss ich ganz ehrlich sagen. Jetzt vermisse ich auch den Altbau nicht mehr.

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