17-04 Horrorszenarienwochendinge




Eigentlich dachte ich bisher, dass Hitze für mich belastend sei, aber Kälte macht richtig mürbe. Sie bohrt sich in alle Körperteile.

Die dicken Wände unseres Altbaus waren durch die lange Kälteperiode keine Hilfe mehr, unter  uns der  eisige Keller, mehr als 4 m hohe Decken… Ich meine, in Nasenspitzenhöhe herrschten hier zwischenzeitlich weit unter 10 C in der Wohnung.
Zum Aufwärmen habe ich in der Küche den Backofen eingeschaltet und mir heißen Tee gekocht.

Der Ausfall unserer Heizung hat mich zu frostigen Phantasien bewegt. Ein Blackout ist ja gar nicht so unwahrscheinlich. Was ist bei mehrtägigem Stromausfall im Winter?
Keine Heizung, kein warmes Wasser…
Ich frage mich, wie Menschen das vor 300 Jahren ausgehalten haben. Der heutige Zivilisationskörper eines gesunden Menschen macht das maximal drei Tage mit. Kinder, Kranke und ältere Menschen wahrscheinlich nur zwei.
Irgendwo im Keller liegt noch eine Feuerschale, aber Holz? Da müsste ich die Büsche im Garten kappen – das reicht nicht wirklich lange. Wenigstens haben wir einen großen Vorrat an warmen Decken.

Dieses Mal hatte der Spuk für uns am Nachmittag ein Ende.

Für eine moderne Kriegsführung braucht es keine klassischen Waffen mehr, da reicht schon ein kalter Winter und ein genialer Hacker oder ein technischer Defekt.
Alle, die einen Ofen oder Kamin besitzen, haben eine gute Investition in die Zukunft getätigt - glaube ich.

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Für meine Hühnergötter habe ich endlich das passende Gefäß gefunden. Die Flechtung des Drahtkorbes ist eng genug, dass sie nicht rausfallen, aber auch so groß, dass man sie sehen kann. Und es ist sogar noch Luft nach oben..... 


 (Quelle Comic -Klick aufs Bild)

Die „alternativen Fakten“ waren in dieser Woche mein sprachliches Schmankerl, es ist schon ein Geflügeltes Wort geworden und spielt in einer Liga mit „überholen ohne einzuholen“.
Ansonsten nervt mich die überproportionale Trumpisierung der Medien.   

Ein schönes Wochenende, mit warmen Gedanken!




Freitagsspruch:

DIE KÄLTE IST ANGENEHM, WENN MAN SICH WÄRMEN KANN.

Blaise Pascal  (1623 - 1662), französischer Religionsphilosoph und Naturwissenschaftler, Begründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung


PS
Meine Heimatstadt Dresden sehe ich etwas kritischer als diese Autorin, es war immer eine sehr ambivalente Liebe zwischen uns. Trotzdem ist der Text rührend, liebevoll und irgendwie ganz typisch.
http://www.elbmargarita.de/2017/01/dresdner-selbstliebe/#more-10048


Trinitatiskirche Dresden-Johannstadt





Kommentare

  1. Puh, ja, was für eine Woche... Ich hoffe, ihr seid wieder durchgewärmt. Ja, wir sind verwöhnt, dass immer alles klappt... Über Dresden kann ich erst am WE lesen, jetzt geht es gleich nach Potsdam, dann packen, dann Winterferien. Liebe Grüße Ghislana

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  2. Moin!
    In den Medien kommen ja auch (also außer diesem dubiosen Herren mit der schrägen Frisur aus weit-weit-weg) ab und an mal solche Horrorszenarien vor. Interessanterweise war mein Vater jemand, der - vermutlich weil er noch selber als Kind Kriegs- und Notzeiten erlebt hatte - immer gerne für alle Fälle vorgesorgt hatte. Er wollte immer und unbedingt unabhängig sein. In allem und von jedem. Er hatte deshalb seine eigene Stromversorgung - für den Notfall. Das Teil gibt es noch immer, er hatte sich dafür eigens ein Notstromaggregat gebaut, für das er allerdings Diesel brauchte. Das war die kleine Lücke in seinem System - aber er hätte es garantiert auch so umbauen können, dass er es mit irgend etwas anderem hätte betreiben können.
    Es gab und gibt eine Ölheizung im Hause meiner Eltern, aber die konnte man ganz fix auf Holzbefeuerung umstellen, falls erforderlich.

    Vermutlich habe ich diesen Hang zur Eigenständigkeit und Selbstversorgung geerbt. Oder übernommen. Bei uns gibt es Solarenergie (nur blöd bei Vulkanausbrüchen, die die Sonne verdunkeln *grins*), einen Kachelofen und draußen einen weiteren Steinofen. Wasser fließt zur Not im Bach. Gemüse kann reichlich im Garten wachsen, Obst tut es schon.
    Der Nachbarhof ist genau so gut versorgt, nur ohne Obst, dafür mit Hühnern. Es lebe das Tauschgeschäft.
    Auch hier ist es vorteilhaft, in der Wildnis zu leben. ;-) Wenn man sich die Straße wegdenkt, könnte man glatt Bullerbü-Gefühle entwickeln. ;-))

    Du würdest mehrtägigen Stromausfall im Winter überleben, sei sicher. Ich glaube nämlich, dass Notfälle durchaus auch kreativ machen. Und zur Gemeinschaft mit anderen Betroffenen zwingen, was wiederum mehr Kreativität hervorruft, da man ja mehr Gehirne zum Denken und Erfinden hat.

    Warme Grüße schickt dir
    das LandEi

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    1. Beim Blackout pack ich meine Koffer und flieh zu dir nach Bullerbü - ich sach's dir!
      Mir gefallen die Ideen der Unabhängigkeit und Selbstversorgung sehr gut, dass liegt in meiner Natur mit Hang zu grenzenloser Freiheit und Selbstbestimmtheit. Aber hier in der Stadt? Da sind wir alle schon schwerst degeneriert... Da findet ja schon keiner mehr irgendwas, wenn das Navi ausfällt (ich hab keins).

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  3. hallo Gretel, beim nächsten Heizungsausfall kommst Du in den Taunus, unser Haus ist groß genug und wir haben einen Kamin :-)
    Mit einer Feuerschale im Wohnzimmer wäre Euch bestimmt nicht lange kalt, dafür würde die Kohlenmonoxydvergiftung wohl sorgen *örgs*
    Jetzt muss ich aber mal zurücklesen, was denn Hühnergötter sind...
    liebe Grüße

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  4. Hallo Gretel, einen Heizungsausfall bei diesen Temperaturen zu haben, ist alles andere als schön. Zum Glück geht sie jetzt wieder und ihr habt es irgendwie überstanden und euch nicht noch erkältet. Ich bin doch so eine kleine Frostbeule und friere manchmal sogar trotz Heizung. Ich glaube bei einem Ausfall würde ich so lange wie möglich auf Arbeit bleiben und abends gleich ins Bett hüpfen.
    Sei ganz lieb gegrüßt. Christine
    PS.: Haben wir heute nicht ein fantastisches Wetterchen. Vielleicht bleibt es ja noch ein Weilchen so...

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  5. ...bei uns waren es nur zweieinhalb Stunden, liebe Gretel,
    dass letzte Woche der Strom weg war und damit keinen Heizung, kein Tee und kein Kaffee zum aufwärmen...da hatte ich solche Gedanken auch und der Mann überlegt, ein Notstromaggregat zu kaufen...tröstlich war, dass ich über eine WhatsAppGruppe gleich mehrfach Asyl angeboten bekam...zum Glück war der Akku vom Handy voll ;-)...
    deinen Hühnergottkorb bekommst du ganz sicher bald voll, schön sieht das aus...

    hab ein gutes Wochenende,
    liebe Grüße Birgitt

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  6. Das ist ja ein weit gespannter Post! Ja, Heizungsausfall - da hänge ich auch schnell die weiße Fahne heraus! Meine Eltern haben in einem Haus gelebt mit einem Ofen in der Küche und zwei Nachtspeicheröfen im Wohnzimmer sowie einen kleinem Heizstrahler im Bad, sonst nichts. Wir haben dann mal Radiatoren mitgebracht. Damit wir in den Zimmern unterm Dach bei den winterlichen Besuchen nicht erfroren sind. Meine Eltern sind 91&87 geworden. Ich glaube, das schaffe ICH nicht....
    Bon week-end!
    Astrid

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  7. Ja, wir sind "Weicheier" und "Warmduscher" ;-) geworden was das angeht und scheinen hilflos ohne gewisse technische Errungenschaften.....Das ist echt der Härtefall, wenn bei den eisigen Temperaturen die Heizung ausfällt und dann auch noch so lange.....brrrr. Ich hoffe, Ihr seid jetzt wieder durchgewärmt....
    Ich weiß noch, wenn ich bei meiner Ur-Oma übernachtet habe, sie wohnte in einem alten Bauernhaus ( ohne Isolierung) und es gab nur Öfen. Wenn man dann des Winters aus den Federn gekrochen ist, war es eiskalt und Eiskristalle an den Fenstern. Ich bin immer noch in den warmen Federn liegen geblieben und habe gewartet bis die erste Wärme durch die Küche ging......Im Schlafzimmer gab es gar keine Heizung, nur kuschelige Federbetten :-)

    Ich drücke Euch die Daumen, dass die Heizung nun durchhält und alles rund läuft....
    Ein schönes Wochenende, dreht die Heizung bis zum Anschlag auf :-)) und macht es Euch kuschelig.
    Liebe Grüße, Ophelia

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  8. Oh je...Frieren zu müssen ist schrecklich...ich kenne das...Irgendwann ist die Kälte auch in der letzten Ritze angekommen...Dann hilft eigentlich nur ein heißes Bad...ich hätte dir gern unsere Badewanne angeboten...und unseren warmen Kamin...;-). Trump...DAS Thema...man könnte meinen, in Deutschland hätten wir keine weiteren Probleme...Man solte ja eigentlich immer erst einmal vor der eigenen Haustür kehren...LG Lotta.

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  9. Oh, liebe Gretel das hört sich ja wirklich frostig an. Wir hatten bisher diesbezüglich immer Glück. Wenn es hier richtig kalt wird, kommen auch alle Wollsocken und Decken zum Einsatz :)
    Der Korb mit deinen Hühnergötter sieht Klasse aus, so urig ♥
    Hab eine schöne und vorallem wärmere Woche.
    Allerliebste Grüße,
    Kama

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