Abenteuer

Das Bedürfnis nach Abenteuern ist bei mir nur sehr begrenzt vorhanden. Ich gehöre da eher zur Fraktion der Bedenkenträger.

Das große Kind ist genau das Gegenteil. Keine Schipiste zu steil, kein Baum zu hoch,  klettern, boarden, schwimmen in den höchsten Wellen und reisen – am liebsten durch die ganze Welt.
Es verlangt mir doch so einiges ab, ihn nicht mit den gutmütterlichen Ratschlägen zu den Gefahren zuzutexten. Aber ich habe mich weitgehend im Griff. Zittern kann ich auch heimlich.

Die austauschfreudige Schule des Großen bietet einen Schüleraustausch mit Indien an.
Schon vor zwei Jahren hatten „wir“ uns beworben, aber die älteren Schüler wurden damals bevorzugt.
Nun hat es geklappt. In den Herbstferien wird – wenn alles klappt – der Flieger nach Indien starten.



Natürlich gab es so einige Eltern die meinten, das alles sei viel zu gefährlich.
Aber in einem Jahr wird das Kind volljährig und dann  kann es sowieso machen was es will. Allerdings wird es dann die Möglichkeit, für vergleichsweise wenig Geld hautnah zwei Wochen in einer Gastfamilie zu verbringen, nicht mehr so einfach geben.
Er hätte mich wahrscheinlich nie mehr angeguckt, wenn ich ihm aus rein egoistischen Gründen, diese Chance verbaut hätte.

Ich persönlich rette mich in Statistiken und sage, es ist sicherlich weitaus gefährlicher jeden Morgen mit dem Fahrrad in die Schule zu fahren.
Über das nächste halbe Jahr verteilt stehen für uns nun jede Menge Vorbereitungen an.

Meine grobe Liste:

Pass beantragen
Fotos für Visum
Impfberatung
Kostenübernahme klären
Impftermine ausmachen
Visum
Gastgeschenke besorgen
Geld tauschen

Wir haben immer mal wieder Elternabende zur Vorbereitung und das große Kind regelmäßige „Fachtreffen“.
Ach ja, wie das Wort Austausch ja schon sagt, wir werden natürlich im Frühsommer einen indischen Schüler beherbergen.
Es wird spannend.

Kommentare

  1. Wow, wirklich spannend! Und nächstes Jahr schon 18, irre, oder?! Meine Maus ist gerade 16 geworden und sie stand vor der Entscheidung, die letzten drei Jahre an einem reinen Oberstufengymnsasium zu machen - allerdings ein Internat! Dann hätten wir sie nur in den Ferien und alle drei Wochen zu Hause gehabt... Sie hat sich trotz großartiger Möglichkeiten dagegen entschieden, ist halt doch ein Kind ihrer Mutter :-) und es ist auch gut so. Liebe Grüße und toitoitoi

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  2. liebe gretel, ich fühle voll und ganz mit dir. für mich das wichtigste: meine ängste nicht auf meine kinder übertragen. manchmal denke ich zwar dass meinen beiden damen mal die augen hinten hängen bleiben vor lauter "augenrollen" weil ich mal wieder meine bedenken laut ausgesprochen habe.... was wären wir für mütter wenn es nicht so wäre??? loslassen ist einfach nicht einfach! sei gedrückt, ♥lichst, marika

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  3. Oh, was für eine tolle Möglichkeit! Ich habe eine Freundin, die viel Zeit in Indien verbracht hat und ich kann gar nicht genug bekommen von ihren Geschichten, die sie dort erlebt hat ;-)
    Aber für eine Mama, gefühlt, ganz schön weit weg...

    Ich bin schon sehr gespannt auf Eure Berichte.

    Herzliche Grüße,
    Maike

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  4. ...finde ich gut, liebe Gretel,
    dass du ihm diese Reise ermöglichst...gegen alle Bedenken...wie du schon selber schreibst, das Leben ist lebensgefährlich, jede Sekunde, wir wissen nicht, was kommt...und die Erfahrungen, die er machen kann, sind nicht irgendwann nachzuholen...beruhigend finde ich, dass ihr den Austauschschüler ja dann vorher schon kennen lernt,

    liebe Grüße Birgitt

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  5. Das hätte ich auch sofort gemacht!!!
    Annette

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  6. Das ist ja wirklich spannend. Ein ganz besonderer Austausch, und für euch ein ganz besonderes Jahr. Ich finde es toll und freue mich hier das eine oder andere davon zu sehen und zu lesen. Liebe Grüße Ghislana

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    1. PS - Ja, das Loslassen... ;-), für Mütter eine lange Übung, und so ganz klappt es ja doch nie...

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  7. Wow...spannend. Man muss sie ziehen lassen...so schwer es auch ist. LG Lotta.

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  8. Lass das Kind ziehen. Das meinige war auch so drauf...Und jetzt: Ist es von K nach M schon ein Kulturschock.
    LG
    Astrid

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  9. Super wenn man solch eine Möglichkeit bekommt, ein Land individuell bei einer Gastfamilie kennen zulernen.
    Ich bin auch eher von der Fraktion "Bedenkenträger und zerdenke dann die Vorhaben so lange, bis ich sie verwerfe, so hab ich mich schon um so manch tolles Erlebnis gebracht. Wenn Kinder so aufgeschlossen und "mutig" sind, dann sollte man sie bei ihren Vorhaben unterstützen, was nicht weißt sie ins "Blaue" laufen zu lassen.....
    Es ist toll, was denn Kindern heute alles ermöglicht wird, solche Reisen wären zu meiner Schulzeit undenkbar gewesen.....aber bis Paris bin ich auch gekommen ;-)
    Allein die Vorbereitungen werden sicher "spannend" und wir sind bestimmt mittendrin bei der Berichterstattung :-)

    Liebe Grüße, Ophelia

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