17-34 Leichtdeprimierendewochendinge
Mag ja sein, dass sich die Gesellschaft an die blöde neue Welt schon langsam gewöhnt hat.
Der hundertste Terroranschlag, das fünfzigste Erdbeben und das tausendste Unwetter - was soll's.
Mich erschüttert jedes neue Ereignis wieder bis ins Mark.
Vielleicht auch weil ich sehe, wie es meine Kinder beeinflusst und noch beeinflussen wird. Wie es zu ihrem Leben gehört. Es ist nicht weit weg, sondern nah bei uns. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es unsere Familie in irgendeiner Form mal treffen wird, die steigt.
Das hat nichts mehr mit der "German-Angst" zu tun, viel mehr mit Statistik, Zufall, Schicksal und einer verfehlten Innen-, Außen- und Umweltpolitik weltweit.
Das große Kind in Barcelona 2015
Das große Kind vor wenigen Wochen auf Ischia
Das große Kind beim Highfield
Die letzte Woche war anstrengend - zweimal Elternabend, wieder 1 1/5 Stunden im Wartezimmer beim Gesundheitsamt gesessen.
Dann die Mitteilung der BARMER bekommen, dass wir auf den Impfkosten wohl sitzen bleiben werden.
Schließlich noch Online einen komplexen Antrag auf ein Visum für Indien gestellt, mit teilweise bizarren Fragen.
Eine Wohltat war dann das Konzert mit Philipp Poisel. Seit mehr als einem halben Jahr habe ich die Karten und wünschte mir, es möge ein lauer Sommerabend werden. Ich hatte meinen lauen Sommerabend. Der Mann war einfach nur sensationell großartig.
Passend zum Gemütszustand gestaltete ich mein Umfeld, übersichtlich, nicht sehr farbintensiv, mit ein wenig nostalgischem Charme in Gold - so nach dem Motto - früher war alles besser.....
(Ich weiß natürlich, dass das nicht immer stimmt!)
Aber es wird schon noch herbstbunt werden in den kommenden Wochen.
Definitiv ist die Wohnung immer ein Spiegel der jeweiligen Umstände und Zustände.....
Auf dem Tisch ein Kranz vom Lieblingsfloristen und ein paar Stängel Rainfarn von der Elbwiese.
Nächste Woche wird es besser, bestimmt.
Freitagsspruch:
FROH DABEI ZU SEIN
Du bist doch noch so
jung,
das ist was die Leute sagen,
doch wenn ich heute gehen müsste,
könnte ich mich wirklich nicht beklagen,
was ich alles schon erleben durfte,
wenn ich an all die Menschen denk,
die so viel früh ihr Leben ließen,
dann ist meines ein Geschenk,
ich hab furchtbar Angst vorm Tod,
ich hoff wir sind dort nicht allein,
auch wenn das Leben manchmal traurig ist,
bin ich froh, froh dabei zu sein.
das ist was die Leute sagen,
doch wenn ich heute gehen müsste,
könnte ich mich wirklich nicht beklagen,
was ich alles schon erleben durfte,
wenn ich an all die Menschen denk,
die so viel früh ihr Leben ließen,
dann ist meines ein Geschenk,
ich hab furchtbar Angst vorm Tod,
ich hoff wir sind dort nicht allein,
auch wenn das Leben manchmal traurig ist,
bin ich froh, froh dabei zu sein.
Phillipp Poisel, 2010


Liebe Gretel, danke für diesen nachdenklichen Post. Ich teile deine Gedanken - wahrscheinlich alle Mamas. Phillipp Poisel habe ich auch schon live erlebt, allerdings vor vielen Jahren, als ihn noch keiner kannte. Als "Vorgruppe" von... Weiß nicht mehr. War super!
AntwortenLöschenIch finde es total schön, wie es bei euch gerade im Esszimmer ausschaut.
Ganz liebe Grüße
Melanie
Ach und was ich noch vergessen habe: Meine Schwester war bis gestern in Hongkong, wo der Taifun Todesopfer forderte. Wir waren letztes Jahr während des Erdbebens in Amatrice nicht weit weg von dort.
LöschenJa, manchmal hat man das Gefühl, man reist um die Unglücke herum. Aber zu Hause bleiben ist auch keine Alternative....
LöschenLiebe Gretel, habe gerade nach meinem Urlaub (auf der Halbinsel Mönchsgut :-) deinen Blog "nachgelesen" und mich sehr über die Jungfer im Grünen in deinem Garten gefreut, also sind die Samen angekommen :-), bestimmt hast du nun nächstes Jahr schon ein paar mehr, sie versamen sich wirklich prima ganz von alleine!
AntwortenLöschenUnd danke für die vielen guten Gedanken in deinem Blog, die tollen Fotos und die wunderbaren Gedichte!
Liebe Grüße Steffi
Oh, da habt ihr euch die "Schokoladen-Seite" von Rügen ausgesucht :-) Hoffentlich hattet ihr halbwegs gutes Wetter. Danke für deine lieben Zeilen, ich freu mich.
LöschenWunderbar...das Bild von den Beelitzer Heilstätten. Wunderbar auch dein Besuch des Poisel-Konzertes...darauf bin ich ein wenig neidisch...;-).
AntwortenLöschenWas die aktuellen Ereignisse betrifft, da macht sich langsam Resignation bei mir breit. Blindheit, wo man hinschaut. Jüngstes Beispiel ist die Verbreitung der Bertelsmann-Studie in den Öffentlich-Rechtlichen. Dazu fällt mir nichts mehr ein. Bestenfalls Wahlkampf. Was der in Öffentlich-Rechtlichen-Nachrichtensendungen zu suchen hat, ist mir ein Rätsel. LG Lotta.
In deine Nachdenklichkeit binde ich mich gerne ein. Und doch bin auch ich froh, dabei zu sein, beim Leben, jetzt erst recht wieder, nachdem ich einige Strapazen auf mich genommen habe, um wieder auf die Beine zu kommen. Auch, nachdem ich in den letzten Jahren so viele mir wichtige Menschen verloren habe und eine Depression nicht ganz unwahrscheinlich gewesen wäre. Und ich denke momentan - aus gegebenen Gedenktagen - wie meine Schwiegermutter mit ihren drei kleinen Söhnen und meine Teenagermutter den August 1944 gelebt haben. Davon ist viel erzählt worden...
AntwortenLöschenIn diesem Sinne: Feire den frohen Tag!
Astrid
...schön ist dein ruhiger Rückzugsort zum Erholen und Kraft tanken, liebe Gretel,
AntwortenLöschenso jedenfalls wirkt er auf mich...aber ich bin auch froh, dabei zu sein...und ich bin es gerne...für mich habe ich gar keine Angst, für die Kinder schon eher, sie haben noch nicht so viel erlebt...was Astrid schreibt über ihre Schwiegermutter macht mich nachdenklich, auch meine beiden Großmütter waren mit ihren kleinen Kindern auf der Flucht...sie haben immer alles in ihrer Macht stehende getan, damit es ihren Kindern und Enkeln besser geht...machen wir das doch auch so...und schauen, dass wir alle uns nicht die Lebensfreude nehmen lassen,
liebe Grüße Birgitt
Kann mich da bei Astrid und dir einreihen, meine Großmutter auch mit meiner Mutter und deren Schwester von Ostpreußen nach Dresden.....
AntwortenLöschenMich erschüttern die Meldungen auch, jedes mal aufs Neue. Umso wichtiger, dass wir weiterhin auch die schönen Dinge wahrnehmen. Du tust das. Das zeigen deine Bider. Alles Liebe.
AntwortenLöschenDiese Gedanken kenne ich auch. Doch wenn ich die Lektion, die das Leben mir in den letzten paar Monaten erteilt habe, richtig deute, dann heißt es: jeden Moment auskosten, nicht aufschieben, weder Abenteuer noch gute Worte und Taten, die erledigt werden sollen.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
ANdrea