Donnerstag, 30. Juli 2015

Monatscollage Juli


Meine Güte - der Juli ist vorbei.

Ein voll bepackter Monat von Anfang bis Ende.

Die letzten Schulwochen, Geburtstage, Ferienbeginn, Unternehmungen mit den Kindern, 
Urlaub, Sommer und die für die allerletzten Tage bin ich unterwegs nach Stralsund.
(Rainald Grebe: "Wenn man an die Ostsee will, muss man durch Brandenburg..." Juche)

Dort fallen mir vielleicht neue Motive vor die Linse, 
ein paar Brandenburger Impressionen warten auch noch.


Wie immer ein herzliches Dankeschön an Birgitt.







Dienstag, 28. Juli 2015

Juligarten

 



Üppig Blumen für die Vase finde ich leider nicht mehr.
Die Hortensien blühen prächtig und ich schneide immer mal wieder Blüten für das Wohnzimmer.
Ein Zweiglein vom Hibiskus oder von den Herbstanemonen - mehr ist nicht zu holen. Da ich nicht viele Rosen habe, bleiben die wenigen Rosen meist am Strauch.

Die Tomaten können wir schon reichlich ernten, die Brombeeren brauchen noch. Der Holunderstrauch trägt massig Dolden - die Marmeladengläser warten auf Ende August.






Ein wenig herbstliches Gefühl schleicht sich ein beim Rundgang.
Der Lavendel wird langsam braun, ebenso der Frauenmantel, die Geranien blühen in diesem Jahr wenig. Im Beet breitet sich noch die Prachtkerze aus.

Wahrscheinlich muss ich im August schon mit Chrysanthemen und Astern nachhelfen, damit es noch ein wenig bunt bleibt. Da werde ich ein wenig traurig, geht so furchtbar schnell vorbei die herrliche Gartensaison.



Freitag, 24. Juli 2015

Erfrischende literarische Hauptrolle glasklar


Der Stechlin und Neuglobsow, 90 km nördlich von Berlin.
Der See gehört zu den tiefsten und saubersten Seen in Deutschland. Wir hörten, man kann das Wasser durchaus trinken. Gewässerforscher haben hier eine Station und untersuchen den See seit vielen Jahren sehr genau.


Ich winke euch aus dem Wasser zu und man erkennt das klare Wasser, den feinen sandigen Boden und dass sich die Anzahl meiner Mitbader in engen Grenzen hält. Wir hatten an diesem Tag einen Mix von Sonne und Wolken und 28 C.


In Neuglobsow gibt es eine große öffentliche Badestelle. Die alten Bäume stehen noch, kleine Liegewiesen, Holzbänke, ein paar Abfallbehälter - alles sehr natürlich belassen und es kostet keinen Eintritt.
Ansonsten ist das Seeufer unbebaut und es gibt keine privaten Grundstückseigner.

"Zwischen flachen, nur an einer einzigen Stelle steil und quaiartig ansteigenden Ufern liegt er da, rundum von alten Buchen eingefasst, deren Zweige von ihrer eigenen Schwere nach unten gezogen, den See mit ihrer Spitze berühren.
Hie und da wächst ein wenig Schilf und Binsen auf, aber kein Kahn zieht seine Furchen, kein Vogel singt, und nur selten, dass ein Habicht drüber hinfliegt und seine Schatten auf die Wasserfläche wirft. Alles still hier."

Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg


Der Ort selbst besteht nur aus einer handvoll Häuser und einer kleinen Kirche - die Adventskirche. Sie wurde erst 1952 eingeweiht. Die Neuglobsower arbeiteten unzählige Stunden unentgeltlich an ihrer Kirche. Sie ist auch ein Symbol für den Glauben und den Widerstand in schwierigen Zeiten.



Im Fontanehaus tun wir es ihm gleich, sitzen unter der alten Linde, ruhen uns aus und schlemmen.


Über den Inhalt seines Romans "Der Stechlin" sagt Fontane:

"Zum Schluss stirbt ein Alter und zwei Junge heiraten sich. 
Das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht."

Humor und Understatement - gefällt mir.

Hier lässt es sich hervorragend verweilen.

Caspar ist nur unter Protest und widerwillig ins Wasser gegangen.



Es wird mal wieder heiß heute,
 aber leider ist kein Badesee um die Ecke.

Schönes Wochenende!

Mittwoch, 22. Juli 2015

Die Strittmatters auf dem Schulzenhof - fast zu übersehen....



Auf meiner Wunschliste ganz weit oben - ein Besuch von Schulzenhof.
Gar nicht einfach zu finden, kleine Straßen inmitten des Waldes, keine Beschilderungen - bewusst.

Eva Strittmatter hat zu Lebzeiten verhindert, dass der Schulzenhof zu einem 
Tourismusmagneten wurde. 
(„dass alles so unauffällig und natürlich bleiben soll, wie es immer war.“)
Die Gemeinde hatte schon das Konzept in der Schublade:
 Busparkplatz, Imbiss, Rundweg mit Hinweisschildern.
Ihre Erben halten sich bis heute daran, Sohn Jakob bietet am Wochenende kleine Führungen an.
Gerne wäre ich durch die Räume und den Garten gewandelt, aber es war wochentags.



Die Strittmatters polarisieren.
Schließlich war Erwin Strittmatter eine Ikone des sozialistischen Realismus und 1. Sekretär im Schriftstellerverband. Sie führten ein privilegiertes Leben, das nicht alle Nachbarn so toll fanden. Und das erzählen sie auch ganz freimütig den Touristen.
Auch menschlich gesehen war besonders Erwin Strittmatter nicht 
unbedingt ein liebreizender Zeitgenosse. 
Ich habe Biografien gelesen, da schüttelt's einen. 
Nun ja, da ist er ja nicht alleine unter den Künstlern.

Andererseits ist er ein wirklich bedeutender Heimatschriftsteller. 
Vielleicht habt ihr ja die Verfilmung von "Der Laden" gesehen.

Mir persönlich liegen die Gedichte von Eva Strittmatter mehr, für mich ist sie die Bedeutendere von beiden. Das ist natürlich subjektiv. Wenn Erwin Strittmatter das hier lesen würde, wäre er sehr erbost. Er sah die schriftstellerische Arbeit seiner Frau ungern.



Schulzenhof  und sein Friedhof sind ein Kleinod.

Einen guten touristischen Kompromiss gefunden hat die Gemeinde doch noch.
Im Hauptort Dollgow stehen Gedenk- und Informationstafeln sowie eine Holzskulptur.








Weitere Informationen:







Montag, 20. Juli 2015

Es gibt Länder....

Bin wieder da.
Ungern!
Mit Freude wäre ich einfach den ganzen Sommer geblieben - in Brandenburg.


Ein Wunschurlaub, einer der schönsten überhaupt.
Das ganze Land fast für uns alleine, während sich die Massen gen Norden wälzen.
Wälder, Seen, endlose Landstraßen, offene Kirchen, Schlösser, Gutshäuser, Bötchen, Tiere, Pflanzen, Kultur - kaum Menschen.
Es klingt natürlich cooler zu sagen, ich war in Schweden - landschaftlich sind sich Brandenburg und Teile Schwedens sehr ähnlich.

Fritz im Radio, Mückenspray auf der Haut, der warme Fahrtwind bläst durchs offene Fenster, der Sohn auf dem Beifahrersitz - wie Thelma und Louise in positiv - unser Roadtrip durch die Pampa.

Ich war im Bücherkaufrausch


und werde versuchen, mit meinen Beiträgen eine Lanze zu brechen für so ein verkanntes Land.

Falls ihr mitkommt, seid ihr am Ende Brandenburg-Fans - ich versprech's!


Es ist soooooo lustig und ein bisschen Wahrheit und das typische Klischee....
Und diese großartige heimliche Hymne steht am Anfang unserer Reise.


Kremmen, Herzberg, Lindow, 
Mirow, Neuglobsow, Neuruppin, 
Oranienburg, Dollgow, Rheinsberg




Freitag, 10. Juli 2015

Letzte Ausfahrt Ferien


Die letzten zwei Schulwochen sind nicht ohne!
Das kleine Kind hat mehrere Tanzauftritte. 
Wir feiern Schulfest, ich mache 200 Fischbrötchen und stinke noch nach Stunden...
Der Große fährt für zwei Tage zelten und paddeln mit der Klasse in den Spreewald.


Fahrdienst, organisieren, Proviant kaufen, vorbereiten, packen.
Das alles bei meist sehr hochsommerlichen Temperaturen.
Der Garten braucht seine tägliche Schlaucheinheit.
Zum Glück ist die Wäsche draußen im Nu trocken.

Die getöpferten Himmelsscheiben aus der Projektwoche habe ich aus der Werkstatt geholt
und zur Schule gebracht.
Unsere hängt jetzt über dem Bett und erfreut uns täglich.

Der Mann hat noch eine stationäre Therapie - der Rücken. 
Das Essen schmeckt nicht, und ich bringe Frikadellen und Schnitzel ins Krankenhaus
 - Männer eben :-)

Blöderweise sind gerade gleichzeitig die Verkehrswege in alle Richtungen durch Baustellen umgeleitet und man weiß nicht so genau, wann und wie man seine Ziele erreicht.

Geburtstag vom großen Kind steht an.
Zeugnisausgabe.

Alles ist gut - es gibt eben solche und solche Zeiten.





Da wir mittlerweile manchmal verschiedene Vorstellungen von Urlaub haben, 
werden wir in der ersten Ferienwoche getrennt verreisen.

Der Mann fährt mit der Kleinen und ihrer Freundin nach Stralsund.
Es tut mir gut, die "Babysitterfunktion und Mädelsbespaßung" mal abzugeben.

Der Große, Caspar und ich haben uns ein kleines einfaches Holzhaus an einem See
 mit eigenem Ruderboot inmitten der Brandenburgischen Pampa gemietet. 
Das ist nicht mal ein Ort, da gibt es sonst echt nix.
Das große Kind will angeln, der Caspar durch die Natur wildern 
und ich möchte mich auf die Spuren von Theodor Fontane begeben. 
Das steht schon soooo lange auf meiner Liste. 
Eventuell machen wir mal einen Abstecher nach Berlin.


Allen, die es geschafft haben, wünsche ich einen tollen Start in die Ferien, 
den anderen rufe ich zu "Durchhalten!"

Bis bald.

Der Freitagsspruch ist diesmal sehr lang, aber wertvoll - wie ich finde, 
erstaunlich, dass man vor hundert Jahren auch schon die Erkenntnis hatte 
und sich irgendwie nichts ändert.
Aber mittlerweile kann ich manchmal gut ohne Uhr.....


Mit der Uhr in der Hand

Wir leben in 'ner eiligen, hastigen Zeit
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
der eine, der schiebt heut den andern beiseite
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
Wir drängen alle vorwärts, ob Hinz oder Kunz,
sind stets außer uns, und wir kommen nie zu uns,
denn wir werden mit uns ja nur flüchtig bekannt
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Der Tag beginnt schon in eiligem Lauf
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
der Wecker, der weckt uns, wir stehen schon auf
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
Schnell ziehen wir uns an, und wir schlingen unseren Schmaus,
der ist noch nicht runter, da treten wir aus
und sitzen selbst dort an der hinteren Wand
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Wir turnen, wir trainieren, zum Masseur gehen wir hin
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
mal sind wir zu dick, mal sind wir zu dünn
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
Wir gehn nie, sind auf dem Laufenden stets,
wenn wir mal wen treffen, dann fragen wir: Wie gehts?
Und eh der es uns sagt, sind wir weiter gerannt
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Wir fahren in die Ferien und sitzen am Strand,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
erwarten die Post, den geschäftlichen Stand
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
Ein Buch mal zu lesen, das wär ein Genuß –
wir lesen den Anfang und schauen nach dem Schluß,
durchblättern den Goethe, durchfliegen den Kant
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Wir machen ne Reise im Automobil
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
wir reisen nicht mehr, wir rasen zum Ziel,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
Fragt man uns: Die Gegend, die war wohl sehr schön
Dann sagen wir ja und wir haben nichts gesehen,
denn wir fuhren bloß vorbei ohne Sinn und Verstand
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Die Liebe, die Ehe betreiben wir als Sport
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
wir finden uns, verbinden uns und – pflanzen uns fort
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
Will sie ihn mal küssen, dann stellt er sich froh –
und denkt sich: Nun mach schon, ich muß ins Büro -
Und er drückt sie ans Herz und küßt sie galant
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

So eilen wir durchs Leben ohne Freud und Pläsier,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
da, plötzlich steht einer, ist mächtiger als wir,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.
Der sagt: Du brauchst nicht auf die Uhr mehr zu sehn,
denn meine geht weiter und deine bleibt stehen
und er winkt uns hinüber ins andere Land
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Otto Reutter (1870 - 1931)










Freitag, 3. Juli 2015

Eine Flussfahrt, die ist lustig ...

und nass und erfrischend und sehenswert und absolut spaßig für alle.


Wir sind Wiederholungstäter.

Im Sommer ein traumhafter Blick auf Dresden.
Und nach der Altstadt wird so richtig aufgedreht. 
Das Wasser spitzt, wir fliegen um die Kurven und lachen was das Zeug hält.

Als Familienausflug oder Geschenk sehr zu empfehlen.


Kein Sponsoring - persönliche Werbung aus Überzeugung.






Erfrischung tut not - wie auch immer.

Ein schönes Sommerwochenende!



Freitagsspruch:


Wen Gott nass macht,
den macht er auch wieder trocken. 

Deutsches Sprichwort


Dienstag, 30. Juni 2015

Mein Juni-Garten


Falls mir jemand sagen kann, was denn hier bei mir wächst ? Letztes Jahr hatten die Schnecken schon den Ansatz verspeist und ich habe keine Ahnung mehr, was ich da gepflanzt habe......


Der Rhododendron 
entschloss sich doch noch spät zu blühen




Die Stockrosen wachsen ohne Probleme in diesem Jahr, 
wir haben nur wenige Schnecken momentan, da blüht und grünt es weitaus  vielfältiger als noch im letzten Sommer.





Immer wieder begeistern mich die Feigenbäumchen.
Im Juli letzten Jahres kamen sie von der Nähoma mit der Post zu mir und
sie haben sich so fein hier eingelebt.


Frauenmantel und Lavendel breiten sich aus, mir gefällt die Farbkombination.
Jedes Jahr wieder pflanze ich Lupinen, aber bisher ist noch keine im nächsten Jahr wieder erblüht. Nächster Versuch. 


Die wirklich üppigen Hortensienbüsche sorgen für Blumenschmuck in der Vase 
von Juni bis Oktober.




Im "Gemüsegarten" waren die Tomaten im letzten Jahr schon viel größer.


Brombeeren werden wir ernten, Himbeeren wohl wieder nicht.



Der viele Regen tat dem Garten gut, die Sonne fehlte etwas beim Obst und Gemüse.